Bau des Eigenheims

Mit dem Bau des „Eigenheims“ im Jahre 1927 schaffte sich die Arbeiterschaft eine eigene Stätte. Die Mitglieder des Freien Turn- und Sportvereins arbeiteten zum  größten Teil mit, so dass es selbstverständlich war, dort seinen neuen Stammsitz zu finden. Die räumlichen Verhältnisse waren endgültig geschaffen, in denen sich der Hallensport voll entfalten konnte. Neue Sportgeräte wurden angeschafft. Die Sportarten Turnen und Leichtathletik konnten hervorragend ausgeübt werden und auch das gesellige Beisammensein wurde groß geschrieben. Durch den neu gegründeten Spielmannszug konnte sich der Verein bei allen Anlässen auch musikalisch präsentieren. Mittlerweile hatten Jacob Betz, Franz Schmaltz, Heinrich Jacobi und von 1927 bis 1933 Johann Herth den Vorsitz übernommen. Doch leider bereitete die politische Entwicklung im Jahre 1933 dem Vereinsleben ein plötzliches Ende. Der Wahlspruch: “Frisch, Frei, Stark und Treu“ galt bei den Nationalsozialisten nicht mehr. 13 lange Jahre lag das Vereinsleben brach.

Der neue Erste Vorsitzende Karl Glaser, Zweiter Vorsitzende Fritz Treber, Schriftführer Christian Zentgraf, Kassierer Heinrich Becker sowie die Beisitzer Johann Lapp und Willhelm Drodt waren die Männer der ersten Stunde, die den Verein nach dem Krieg wieder zur neuen Blüte bringen wollten. In der Turnhalle des TV 1886 Trebur nahm man zunächst den Sportbetrieb wieder auf. Als Lager- und Bürogebäude wurde das Eigenheim zunächst von der Konsumgenossenschaft genutzt, ehe man 1950 wieder in seine traditionelle Vereinsstätte zurückkehren konnte. Als der erste Vorsitzende Karl Glaser aus gesundheitlichen Gründen sein Amt 1957 an Ludwig Liebau weitergab, hatten die Männer der ersten Stunde das erreicht, woran sie kaum glauben konnten: der Verein war zu neuem Leben erweckt worden und der Mitgliederbestand verzeichnete einen stetigen Zulauf.

Ein großer sportlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte fand drei Jahre nach dem 50jährigen Jubiläum 1958 in München statt. Bei den Deutschen Meisterschaften der Jugendturner erreichte Karlheinz Treber im Geräte-Zehnkampf einen 4. Platz und war somit bester hessischer Teilnehmer, noch vor dem späteren Seniorenmeister Willi Jaschek aus Heusenstamm. 1964 wurde von den aktiven Fußballern die A – Klassenmeisterschaft errungen. Die Saat der früheren Jahre in der Jugendarbeit war aufgegangen. Spielausschussvorsitzender Josef Kahler, Trainer Heinz Beckenbach und die gesamte Mannschaft sorgten für den größten sportlichen Erfolg in der neueren Vereinsgeschichte: 1966 gelang dem TSV Trebur der Aufstieg in die zweithöchste hessische Fußballamateurklasse unter Trainer Phillip Opper. Spielausschuss, Vorstand und Mitglieder waren stolz darauf, eine Mannschaft spielen zu sehen, die sich fast ausschließlich aus „Treburer Buben“ zusammensetzte. Stolz darauf, für eine so lange Zeit oben mitzumischen. Wesentlich größere Vereine stiegen auf und schnell wieder ab. Der TSV hat aber seine sportliche Leistungshöhe zwölf Jahre konservieren können. In den Jahren der sportlich größten Erfolge des Treburer Fußballs traten der Erste Vorsitzende Ludwig Liebau und der Zweite Vorsitzende Fritz Treber aus Altersgründen nach zwölf bzw. nach 23 Jahren von ihren Ämtern zurück. Hugo Theyson, der zum Ersten Vorsitzenden gewählt wurde, leitete den Verein bis 1973. Anschließend übernahm Günther Roth bis 1978 den Vorsitz.